Saroyan Humphreys neueste Fotoserie, Lokales Fernsehen, ist eine Sammlung von Motelzimmer-Szenen, die alle durch einen gemeinsamen roten Faden verbunden sind: einen billigen, leuchtenden Bildschirm, dessen Präsenz durch die relative Dunkelheit um ihn herum meist noch stärker zur Geltung kommt. Die Serie beschwört die eigentümlich amerikanische Trostlosigkeit des Lebens auf der Straße und die vorgetäuschte Verbundenheit herauf: In einem Motel verschanzt, bist du allein, aber doch nicht allein. Es gibt Menschen direkt auf der anderen Seite der Tür, menschlicher Kontakt ist nur einen Anruf entfernt, Freunde im Fernsehbildschirm. Humphreys Lokales Fernsehen Die Serie fängt all die Gefühle ein, die in Zimmern von Autobahnmotels herrschen können – Ruhe, Paranoia, Isolation, Flucht – und lässt sie fast greifbar werden, wobei der leuchtende Bildschirm in der Geschichte jedes Fotos eine Nebenrolle spielt.
Diese handwerkliche Geschicklichkeit ist keine Überraschung, wenn man Humphreys Erfahrung als Porträt-, Dokumentar- und Kunstfotograf bedenkt, der schon im zarten Alter von acht Jahren mit dem Fotografieren angefangen hat. Für seine Fotos (er arbeitet mit Kunden von Bekleidungsfirmen bis hin zu Zeitschriften zusammen) nutzt er Mittelformat- und DSLR-Kameras und ist außerdem Art Director und preisgekrönter Designer. Humphrey lebt in San Francisco, Kalifornien.